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Übersicht - Autoren (non-fiction) - Heinrich Janssen

Heinz Mack, Fiedhelm Hofmann, Klaus Hurtz, Christiane Underberg, Sven Gösmann, Hildegard Wirges, Heinrich Mussinghoff, Elisabeth Jünemann, Heiner Koch, Heinrich Janssen, Karl-Heinz Schmäke
Mensch Gottes
Hommage an Bert Gerresheim
 


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Die Publikation 'Mensch Gottes' erschien am 13. Mai 2012 als Hommage an den Künstler und Bildhauer Bert Gerresheim anlässlich der Vorstellung und Einweihung der Skulptur 'Pietà' in St. Marien Mönchengladbach-Rheydt. Beitrag des Herausgebers und Autors Klaus Hurtz

Durch die Jahrtausende hindurch ist es ein berührendes, ja aufwühlendes Bild: Das tote Kind in den Armen seiner Mutter. So ist es nicht verwunderlich, dass sich Künstler immer wieder herausgefordert fühlen, diese Szene der Passion darzustellen: Maria, die den Leichnam ihres Sohnes hält. Als Pietà hat sie dann in die christliche Ikonografie Einzug gehalten.

Sicherlich kann man bis heute die Darstellung von Michelangelo als einen Höhepunkt bezeichnen. Nähert man sich im Petersdom seiner Pietà, so ist man schier benommen von der Ausstrahlung menschlichen Leids, das seine Skulptur ausstrahlt; der Marmor atmet Abschied und Schmerz. Hier ist die 13. Kreuzwegstation Bild geworden: Der Mutter wird der Leib des toten Sohnes in den Schoß gelegt. Der Düsseldorfer Künstler Bert Gerresheim zeigt eine stehende Muttergottes, die den Leichnam ihres Sohnes hält. Allein ihre Kraft lässt noch einmal die Gestalt des Sohnes aufrecht erscheinen. So zeigt sie dem Betrachter ihr Kind, so hält sie Christus den Menschen hin.

Das ist der Augenblick höchster Intimität, und Golgota wird zur wahren Seelenleidenslandschaft. Maria hält ihren toten Sohn, und damit zeigt sie uns, dass es der Mensch ist, von dem Gott gehalten, hochgehalten werden soll. Um Gott zu wissen, an ihn zu denken und zu ihm zu beten, ist nicht nur das Charakteristikum des Menschseins, sondern es gilt auch: Wo der Mensch Gott nicht mehr in die Wirklichkeit hineinhält, da verliert Gott seine Präsenz unter den Menschen! Gott ist treu und wird uns immer begleiten, doch wo wir diese Wahrheit einander nicht mehr vor Augen halten, da erfahren wir eine Gottesverdunkelung in dieser Welt. In dieser Pietà ist also die Botschaft verborgen, dass Gott immer den Menschen einbindet, um seinen Weg zum Menschen zu gehen. Der Blick auf den toten Christus in den Armen der Mutter sagt uns des weiteren, dass Gott für den Menschen ALLES gibt. In der Menschwerdung entäußert Gott sich, wird uns Menschen gleich. Am Kreuz gibt er das Äußerste, was er geben kann, das Leben selbst. Und so ist jede Pietà immer auch Anfrage an uns: Was ist deine Antwort auf diese unüberbietbare Hingabe Gottes?

Dabei schenkt uns der Künstler Bert Gerresheim in seiner Pietà gleichzeitig österliche Hoffnungszeichen. So ist der Leichnam eingebunden in die Gewänder der Auferstehung, so ist es selbst der Mutter nicht erlaubt, das „Noli-me-tangere“ zu durchbrechen! Sie berührt den Körper ihres Sohnes nicht, zwischen ihren Händen und seinem Körper liegt das Linnen. Auf diese Weise verheißt der Abschied bereits die Wiederkehr, bricht im Tod das neue Leben auf. Mit einem Detail wird dies unterstrichen. Die Marterwerkzeuge Dornenkrone und Nägel, sie liegen am Boden, sie können Christus nichts mehr anhaben. Auf sie verweist der leere Blick des Gekreuzigten, doch wo menschliche Brutalität am Ende ist, da weiß göttliche Liebe um einen neuen Anfang. So wird die Pietà von Gerresheim gleichsam zum Vexierbild. Durch das Eine hindurch sieht man das Andere; das Vordergründige lässt Geschehenes und Geschehendes durchscheinen!

Ein Letztes muss angemerkt werden. Betrachtet man die Silhouette der Pietà von der Seite, so nimmt man die nach vorne gebeugte Gestalt Mariens als aufrecht stehende Schale wahr. Maria ist ganz Gnadenschale, in die Gott seine Fürsorge für den Menschen, seine Liebe hineingegossen hat, nämlich seinen Sohn Jesus Christus. Indem die Gottesmutter die Gestalt ihres Sohnes ganz umhüllt, hat sie ihn gleichsam wieder in sich aufgenommen; sie ist bereit, ihr Kind ein zweites Mal zu gebären. Doch nun nicht mehr, um ihm das Licht der Welt zu schenken, sondern um ihn in das Licht der Ewigkeit zu entlassen.

Eine solche Pietà kann man nur Gestalt werden lassen, wenn man in einer tiefen Spiritualität die Stationen des Heils immer wieder selber durchmeditiert, durchlitten und durchlebt hat, wenn Auferstehung nicht Theorem, sondern konkrete Wirklichkeit bedeutet. So kann man dem Künstler nur von Herzen danken, dass er uns als Betrachter teilhaben lässt an seinen leiblich-geistig-geistlichen Erfahrungen. Sie dürfen uns bei jedem Blick auf diese Pietà ermutigen, aufzubrechen, um unser eigenes Abenteuer der Antwort auf diese Liebe zu wagen.

Verlag B. Kühlen, 2012, 64 S.
25,00 Euro
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