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Übersicht - Autoren (non-fiction) - Arnold Angenendt

Arnold Angenendt, Gerd Althoff (Hrsg.)
Zeichen - Rituale - Werte
Internationales Kolloquium des Sonderforschungsbereichs 496 an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster
 


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Das Thema dieses Bandes ist der Zusammenhang zwischen dem Phänomen der symbolischen Kommunikation und den gesellschaftlichen Wertesystemen in der Epoche der Vormoderne vom Mittelalter bis zur Französischen Revolution. Ausgehend von der Beobachtung, dass in der Vormoderne der Kommunikation durch demonstrativ-rituelles Handeln (Ritual, Zeremoniell) ein hoher Stellenwert zukam, richtet sich das Interesse auf die Frage, wie in diesem Handeln herrschende Wertevorstellungen zum Ausdruck kamen, wie sich Wertewandel niederschlug, welche Leistung symbolische Kommunikation bei der Etablierung und Stabilisierung, aber auch der Veränderung von Ordnungen und Wertesystemen erbrachte. Mittels zeichenhafter Handlungen kommunizierte die Gesellschaft der europäischen Vormoderne über ihre Bindungen und Verpflichtungen, akzeptierte Rechte und Pflichten. Durch den vielfältigen Nachweis der Planung und einer je spezifischen Konzeption solcher Akte wird unabweisbar, wie bewusst und reflektiert sich Menschen der Vormoderne dieser Kommunikationsarten bedienten, wie rational sie sich die Stabilisierungsleistungen dieser Kommunikation zu Nutze machten, wie subtil sie überdies die Deutung der Zeichen bis hin zur ironischen Verfremdung beherrschten. Es tritt mit anderen Worten eine Reflektiertheit und Rationalität bei der Verwendung symbolischer Handlungen vor Augen, die in der Konsequenz die berühmte Dichotomie Verzauberung - Entzauberung als Charakteristik der Epochendifferenzen zwischen Vormoderne und Moderne problematisiert; eine Differenz, die nicht zuletzt auch aus der vorgeblich geheimnisvollen Welt der Rituale generiert wurde. Akte symbolischer Kommunikation in der europäischen Vormoderne waren bereits entzaubert in dem Sinne, dass mit ihnen sehr bewusst Forderungen und Ansprüche zur Geltung gebracht wurden, die existentiell wichtig waren.

Auf Grund dieser Eigenarten erweist sich symbolische Kommunikation als zentrales Ausdrucksmittel für Wertevorstellungen aller Art. Ob christliche Demut oder Rangbewusstsein, ob Freundschaft oder Feindschaft, Dienst oder Herrschaft, all diese Abstrakta wurden in symbolische Handlungen und in Artefakte unterschiedlichster Art umgesetzt, Gedanken wurden in kommunikative Praxis überführt. Diese kommunikative Praxis ändert sich und muss sich ändern, wenn sich die Wertevorstellungen wandeln. Insofern hängt die Geschichte symbolischer Handlungen eng mit den Veränderungen der Werte zusammen.

Die Beiträge dieses Bandes gingen aus einer Tagung hervor, mit der sich der Sonderforschungsbereich 496 "Symbolische Kommunikation und gesellschaftliche Wertesysteme vom Mittelalter bis zur Französischen Revolution" der wissenschaftlichen Öffentlichkeit vorstellte. Die Eröffnung dieses Dialogs ist auf dem Kolloquium gelungen, und er setzt sich in den Beiträgen dieses Bandes vielfach fort.

Die Autoren und ihre Beiträge:
  • Gerd Althoff:
    Zeichen - Rituale - Werte: Eine Einleitung
  • Karl-Siegbert Rehberg:
    Präsenzmagie und Zeichenhaftigkeit - Institutionelle Formen der Symbolisierung
  • Christoph Halbig:
    Ethische und ästhetische Werte - Überlegungen zu ihrem Verhältnis
  • Jill Kraye:
    Pagan Virtue in Pursuit of Christian Happiness - Renaissance Humanists and the Revival of Classical Ethics
  • Arnold Angenendt:
    Das Offertorium - In liturgischer Praxis und symbolischer Kommunikation
    Gabe und Gegengabe ist dank Marcel Mauss auch ein Thema der Mediävistik geworden. In diesem Rahmen sind eine Reihe nordamerikanischer Forscher, aber auch der Niederländer Arnoud-Jan Bijsterveld zu nennen. Im vorliegenden Beitrag werden Gabe und Gegengabe in der Liturgie untersucht. Eigentlich wollte das Christentum wesentlich das "geistige Opfer", die "thysia logike". Zudem waren obligat Gaben für die Armen. Zum Mittelalter hin wird der Opfergang der Messe nach "Gabe und Gegengabe" gedeutet und entsprechend ausgebaut. Die Fälle der Anwendungen und Ausdeutungen sind immens - davon will der vorliegende Beitrag einen ersten Eindruck vermitteln.
  • Philippe Buc:
    Noch einmal 918-919 - Of the ritualized demise of kings and of political rituals in general
  • Hermann Kamp:
    Tugend, Macht und Ritual - Politisches Verhalten beim Saxo Grammaticus
  • Hagen Keller/Christoph Dartmann:
    Inszenierungen von Ordnung und Konsens - Privileg und Statutenbuch in der symbolischen Kommunikation mittelalterlicher Rechtsgemeinschaften
  • Michail A. Bojcov:
    Symbolische Mimesis - nicht nur im Mittelalter
  • Klaus Schreiner:
    Signa Victricia - Heilige Zeichen in kriegerischen Konflikten des Mittelalters Horst Wenzel:
  • Repräsentation und Kinästhetik - Zur Inszenierung höfisch-ritterlicher Imagination im "Welschen Gast" des Thomasins von Zerclaere
  • Christel Meier:
    Prügel und Performanz - Ästhetik und Funktion der Gewalt im Theater des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit
  • Volker Honemann:
    Das Schachspiel in der deutschen Literatur des Mittelalters - Zur Funktion des Schachmotivs und der Schachmetaphorik
  • Sybille Ebert-Schifferer:
    Virtus romana als Stilfrage in einem römischen Freskenzyklus der Renaissance
  • Joachim Poeschke:
    Virtù Fiorentina - Cosimo de' Medici als erster Bürger von Florenz
  • Gosbert Schüßler:
    "Die Tugend auf dem Felsenberg" - Eine Komposition Pinturicchios für das Paviment des Domes von Siena
  • Barbara Stollberg-Rilinger:
    Knien vor Gott - Knien vor dem Kaiser - Zum Ritualwandel im Konfessionskonflikt
  • Stefan Haas:
    Die kommunikative und performative Generierung von Sinn in Initiationsritualen der Frühen Neuzeit am Beispiel der Eheschließungen
  • Johannes Paulmann:
    "Popularität" und "Propaganda" - Vom Überleben symbolischer Kommunikationsformen in der europäischen Politik des frühen 19. Jahrhunderts
  • Hans-Ulrich Thamer:
    Die Wiederkehr des Gleichen oder das Verblassen der Tradition? - Funktionswandel politischer Rituale im Übergang zur Moderne


Der Autor
Professor em. Dr. Dr. h.c. Arnold Angenendt, geb. 1934, lehrte Mittlere und Neuere Kirchengeschichte und ist Leiter des Sonderforschungsbereichs "Symbolische Kommunikation und gesellschaftliche Wertesysteme" an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

Rhema Verlag, 2004, 598 S.
92,00 Euro
Hardcover, 91 schwarz-weiß und 5 farbige Abbildungen, 3 schwarz-weiß Zeichnungen
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